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Meine Hüftdysplasie

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Im November 2002 habe ich mich einer Operation zur Beseitigung meiner Hüftdysplasie unterzogen. Im Vorfeld dazu wollte ich mich natürlich im Internet ein wenig schlau machen, habe aber nur sehr wenige Infos zu einer Hüftumstellung gefunden, lediglich zu Hüftprothesen ist im Netz viel zu lesen.
Für Interessierte habe ich nun hier meine Geschichte von meiner Geburt an bis nach der Operation, inclusive OP-Bericht und Röntgenbildern beschrieben... 
hüft-story (hauptthema)
röntgenbild vor der operation
röntgenbild nach der operation
operation triple osteotomie
metallentfernung
hüft-forum
triple osteotomie webring

Wenn Du darüber Fragen haben solltest, so kannst Du sie mir in meinem "Hüft-Forum" stellen, ich werde dort schnell antworten...
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Ich wurde geboren... 
Ich wurde im August 1968 als ein kerngesundes Baby geboren. Als nach 6 Wochen der erste "Komplett-Check" anstand, kam es dann heraus: Ich hatte eine angeborene Hüftdysplasie, links stärker als rechts! Es stand also fest, ich musste eine Spreizhose tragen, die ich dann auch wirklich 2 Jahre lang mit mir herumschleppte, ja sogar damit laufen lernte.
Im weiteren Verlauf wurde ich alle 2 Jahre kontrolliert, natürlich wurde es nie besser, und es hieß, dass ich wahrscheinlich operiert werden müsste, wenn ich einmal ausgewachsen bin.
In den folgenden Jahre, als ich so zwischen 6 und 16 Jahre alt war, habe ich ziemlich viel Sport getrieben, sogar 5 mal Geräteturnen pro Woche war mein absolutes Hobby. Dies musste ich dann mit 16 Jahren leider beenden, da mir meine Knie ein paar Probleme gemacht haben.
Als ich dann so ca. 20 Jahre alt war, wurde ich von meinem damaligen Orthopäden gefragt: "Haben Sie Schmerzen?" und ich musste mit einem klaren "Nein" antworten. Also wurde logischerweise wegen der Hüftdysplasie nichts unternommen.
Nachdem ich dann mein Abi, eine Druckerlehre, sowie ein komplettes Studium hinter mich gebracht hatte (übrigens mit sehr wenig Sport nebenbei), hat es angefangen, gaaanz langsam...

 

Beginn aller Leiden... 

Mit 30 geht´s los... Das hat sich bei mir wirklich bewahrheitet. Angefangen hat es mit ein paar "Sitzschmerzen", wenn ich auf niedrigen Stühlen, Sofas etc. gesessen bin. Ein kleines Ziehen in der linken Hüfte...
So ca. 1 Jahr später habe ich es dann bei Überlastung bemerkt, wenn ich zuviel gelaufen bin, oder zu lange auf den Beinen war, kamen bereits die ersten Schmerzen.
Ich also wieder zum Orthopäden (ein völlig anderer, da ich bereits in eine andere Stadt gezogen bin), der konnte mir nach einer Röntgenaufnahme aber auch nichts verändertes sagen, außer, dass ich eben bekanntermaßen eine Hüftdysplasie habe. Auch der Ultraschall ergab, dass der Knorpel bereits ein wenig "beleidigt" ist.
Auf Anraten des Arztes (viel Bewegung ohne große Belastung) habe ich mich also im Fitnessstudio angemeldet und mich (unter ärztlicher Aufsicht) viel bewegt. Ach ja, die Ärztin, die zum Fitnessstudio gehörte, hat mich erst nicht ernst genommen, sie schub meine Schmerzen zunächst auf meine veränderten Bedingungen (Bürojob seit 2 Jahren), bis ich ihr meine Röntgenbilder gezeigt habe.

Wiederum 1 Jahr später waren meine Schmerzen so groß, dass ich im Fitnessstudio aufhören musste und nur noch ca. 5 Minuten laufen konnte. Ich also immer wieder zum Orthopäden, sowie zum Hausarzt gerannt, aber außer ein paar der allseits bekannten "Knochenpillen" und zusätzlich Krankengymnastik war nicht drin; man drückt sich ja doch sehr lange um eine Operation herum...

 

Jetzt ging´s los... 

Auf eigene Faust habe ich mir einen Überweisungsschein ins Krankenhaus geholt. (Zufälligerweise wohnte ich da in einer Stadt, die ein renomiertes Knochen-Krankenhaus hat.) Dort habe ich mich also gründlich untersuchen lassen, das Fazit war, ich sollte einmal für ca. 1 Woche stationär aufgenommen werden, um alles genau "abzuklopfen" und gleichzeitig konservativ zu behandeln (Krankengymnastik, Massagen, Bäder, Elektrotherapien). Wie nicht anders zu erwarten, bin ich nach dieser Woche entlassen worden, mit einem Termin für die Operation im November 2002, es sollte eine "Triple-Osteotomie" gemacht werden, was mir zu diesem Zeitpunkt auch genau erklärt wurde, die Erklärung findest Du auch, wenn Du auf den Link "Triple-Osteotomie" klickst.

 

Die Operation... 

Also wurde ich am 15.11.2002 unter Vollnarkose operiert. Die OP hat ca. 100 Minuten gedauert, wie man im OP-Bericht sehen kann. Alles verlief laut Arzt nach Plan, außer dass die Narkose ein wenig schief gelaufen ist, angeblich hätte ich mich währenddessen übergeben, was ich aber überhaupt nicht weiß. Ca. 2,5 Liter Blut hatte ich verloren, die aber teilweise durch eine Eigenblutspende wieder ersetzt wurden. Einen Tag Intensivstation war sowieso angedacht, durch die schiefgelaufene Narkose wurden es leider 3 Tage.
Als ich aufwachte waren meine ersten Gedanken: "Scheiße, jetzt hast Du´s wirklich machen lassen...

 

Die Narben... 

Die sind nicht ganz ohne bei einer "Triple-Osteotomie". Die größte ist ca. 25 cm lang und geht am Bauch vorne von der Leiste bis etwa zur ersten Rippe. Hier wurden ja auch die Schrauben eingesetzt. Die 2. Narbe, wo das Schambein durchtrennt wurde, ist ca. 5 cm lang und liegt direkt neben dem Schambereich. Die 3. Narbe, ungefähr 10 cm lang, ist mitten auf der Pobacke, hier wurde das Sitzbein durchtrennt.

 

Das weitere Vorgehen... 

Aufstehen war bereits nach 3 Tagen angedacht (natürlich mit Krücken). Für 6 Wochen sollte ich mein Bein mit nur ca. 20 kg belasten, was ungefähr das Eigengewicht eines Beins ist. Nach 6 Wochen sollte der Belastungsaufbau stattfinden, pro Woche ca. 10 kg mehr, bis hin zur 12. Woche. Also nach 12 Wochen durfte man wieder voll belasten, was aber noch lange nicht heißt, dass man die Krücken wegschmeißen kann...

 

Das Danach... 

Die erste Zeit ist wirklich übel. Ich wurde sehr gut betreut, bereits auf der Intensivstation kam eine Krankengymnastin und mein Bein wurde durchbewegt. Als ich dann wieder auf der normalen Station lag, ging´s richtig los. Jeden Tag mind. eine halbe Stunde Krankengymnastik im Bett, später kam sogar der Masseur! Der Hammer kam direkt am nächsten Tag: Raus aus dem Bett, denn man soll ja direkt wieder aufstehen und die ersten Gehversuche machen. Zuerst mit dem "Rollwagen", nach ca. 3 Tagen dann mit Krücken.
Meine Güte, die ersten Schritte werde ich wohl nie vergessen! Im Hüftgelenk und den Muskeln außenherum war nichts mehr so wie es mal war. Meine Beschreibungen reichten von "krummen Zahnrädern", die nicht zusammenpassten, bis zu spitzen Stangen, die sich durch Bewegung im Bein und Po "verkeilen". Na klar, die Muskeln und Knochen wurden ja alle herumgedreht...
Was für mich aber am schlimmsten war: die Kreislaufprobleme! Durch das verlorene Blut hatte ich wirklich 2 Wochen mit dem Kreislauf zu kämpfen, 2x bin ich umgekippt. Man solle ja viel Laufen, nur konnte ich das nicht so oft und so lang wie ich gerne wollte, da mir ständig schwarz vor Augen wurde. Aber nach 2-3 Wochen war das auch vorbei.

 

Die Reha... 

Nach 13 Tagen wurde ich aus der Krankenstation entlassen, direkt in die im Haus nebenan liegende Reha-Klinik. Und jetzt ging´s erst richtig los mit den Therapien.

  • Krankengymnastik
  • medizinische Sporttherapie
  • Massage
  • Lymphdrainage
  • Bewegungsbad
  • Fahrradergometer
  • Bewegungsschiene

Und diese Anwendungen hatte ich fast alle fast jeden Tag!
In der Reha war ich stationär von der 3. bis zur 7. Woche nach der OP, danach habe ich die Therapien teilstationär bzw. ambulant für 4 Wochen weitergemacht. Ich habe zu Hause geschlafen und bin statt zur Arbeit eben jeden Morgen in die Reha gegangen.
Also war ich bis zur 11. Woche nach der OP ständig unter ärztlicher und therapeutischer Aufsicht, was ich als sehr angenehm empfand, da die ganze Umstellung doch enorm war.

 

Wieder zu Hause... 

Zu Hause (ich war immer noch krank geschrieben) habe ich versucht mein "normales" Leben wieder aufzunehmen und wenigstens meinen Haushalt zu schmeißen. Ich bin zwar noch 2x pro Woche zur Krankengymnastik und zur Massage direkt in der Nachbarschaft gegangen (was auch wirklich sehr gut tut), aber die einfachsten Sachen funktionieren eben doch noch nicht: Wäsche aufhängen (zu lange stehen), auf dem (zu tiefen) Klo oder der Couch sitzen, Treppen steigen ist äußerst mühselig...

 

Wie´s mir jetzt geht... 

Heute sind es 15 Wochen nach der OP. Da ich ja seit der 12. Woche mein Bein wieder voll belasten durfte, war ich auch kräftig am üben, wieder ohne Krücken laufen zu lernen. Einfach gesagt, aber nach 12 Wochen kann man nicht einfach wieder loslaufen. Langsam, für 1-2 Schritte kann man mal "ohne" laufen und in den nächsten paar Tagen danach werden es dann immer mehr. Heute laufe ich ohne Krücken in der Wohnung, sobald ich raus gehe, nehme ich sie aber immer mit. Auch Einkaufen mit dem Rucksack zum ca. 500 Meter entfernten Supermarkt funktioniert schon, noch mit Krücken, aber das wird schon noch...
Ein großes Problem habe ich allerdings noch: Mein Rücken! Vor der OP hatte ich bereits ein paar Monate Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich, dies entstand durch die Fehlbelastung, sprich durch die "Krumm-Lauferei". Das wurde nach der OP natürlich noch viel schlimmer, laut Arzt und Therapeuten ist dies das ISG (Ilio-Sakral-Gelenk), wo das Becken mit der Wirbelsäule zusammenstößt.

Aber ich bin guter Dinge, es geht jeden Tag ein bischen vorwärts und ich hoffe, dass meine Rückenschmerzen in Zukunft auch weniger werden, je besser ich laufen kann...

 

Die Aussichten... 

Ich habe die OP machen lassen, damit ich wieder normal weiterleben kann. Da ich kurz vor der OP nur noch ca. 5 Minuten laufen konnte, hoffe ich, dass dies zumindest behoben ist. Natürlich möchte ich auch gerne wieder Sport machen (Schlittschuh laufen, Tischtennis spielen, Wandern gehen), was ich laut Ärzten auch wieder machen darf, allerdings nicht dieses Jahr...

 

11 Monate später - Schrauben raus...

Am 22. Oktober 2003 gehe ich wieder ins Krankenhaus, um mir HOFFENTLICH die Schauben wieder entfernen zu lassen.

Ich hatte vor ca. 4 Wochen eine Nachuntersuchung (eben um den Schrauben-Raus-Termin festzulegen), wobei ich auch sagte, daß es mir in diesem heißen Sommer richtig gut gegangen ist (bis auf ein "kleines Ziehen"), sobald das Wetter aber in den Herbst übergegangen ist, hatte ich wieder immense Probleme. Sei es vom Wetter oder ein bischen Überanstrengung oder einfach der Körper wehrt sich mittlerweile dagegen, ich weiß es nicht...
Auf jeden Fall haben die Ärzte beschlossen, mich vorm OP-Termin erst mal durchzuchecken, um herauszufinden, warum es mir wieder schlechter ging (nur ein paar Tage) und dann HOFFENTLICH doch die Schrauben gleich zu entfernen...
(Ach ja - ca. 4 Wochen vor mir hat eine "Triple Osteotomie Kollegin" ihre Schrauben rausmachen lassen. Sie ging also morgens in Krankenhaus, die "kleine" OP hat 18 Minuten gedauert, und abends konnte sie wieder nach Hause gehen, zwar mit Krücken für 2 Wochen, aber sie mußte nicht im Krankenhaus bleiben. Nette Aussichten...)

Drückt mir die Daumen!!!

Du kannst dazu auch meinen Hüft-Forumsbeitrag lesen, dort stehen noch ein paar mehr Hintergründe...

 

Juchu, die Schrauben sind raus...

Am 27. Oktober 2003 habe ich nach einigen Tests die Schrauben wieder alle entfernt bekommen!
Was soll ich sagen: ICH FÜHLE VÖLLIG BEFREIT UND SEEEEHR GUT!!!

Die Operation hat lediglich 20 Minuten gedauert. Ich habe mir diesmal auch keine Vollnarkose geben lassen, sondern lediglich eine Spinalanästhesie (Rückenmarksnarkose). Natürlich wollte ich trotzdem nichts mitbekommen und habe dem Anästhesisten gesagt, daß ich trotzdem gerne voll schlafen möchte während der Teilnarkose. War auf jeden Fall eine gute Wahl, man ist direkt nach der OP wieder voll da und ist nicht so "belämmert" wie nach einer Vollnarkose.
Aber wieder zum eigentlichen Thema: Ich scheine Glück gehabt zu haben. Als sie mich aufgeschnitten hatten, waren alle Schrauben gut und vollständig zu sehen, nix war irgendwie kompliziert eingewachsen und es einfach die Schrauben alle vollständig zu entfernen!

Genaueres dazu könnt ihr in meinem "Operationsbericht Metallentfernung" lesen, dort habe ich übrigens auch ein Bild meiner Schrauben hinterlassen (die nun vor mir auf dem Tisch liegen und nicht mehr in meinem Becken stecken ;-)

Was soll ich sagen? Mir geht´s wunderprächtig. Ich kann völlig gerade laufen, es ist überhaupt keine Falsch-Belastung mehr zu sehen. Und alle früheren Schmerzen sind komplett weg...

Ich hab´s endlich geschafft !!!!



Nebenbei bin ich noch Mitglied im folgenden Webring mit meiner Hüft-Geschichte...




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