Ich wurde geboren...
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Ich wurde im August 1968 als ein kerngesundes Baby geboren. Als
nach 6 Wochen der erste "Komplett-Check" anstand, kam es
dann heraus: Ich hatte eine angeborene Hüftdysplasie, links stärker
als rechts! Es stand also fest, ich musste eine Spreizhose tragen,
die ich dann auch wirklich 2 Jahre lang mit mir herumschleppte, ja
sogar damit laufen lernte.
Im weiteren Verlauf wurde ich alle 2 Jahre kontrolliert, natürlich
wurde es nie besser, und es hieß, dass ich wahrscheinlich operiert
werden müsste, wenn ich einmal ausgewachsen bin.
In den folgenden Jahre, als ich so zwischen 6 und 16 Jahre alt war,
habe ich ziemlich viel Sport getrieben, sogar 5 mal Geräteturnen
pro Woche war mein absolutes Hobby. Dies musste ich dann mit 16
Jahren leider beenden, da mir meine Knie ein paar Probleme gemacht
haben.
Als ich dann so ca. 20 Jahre alt war, wurde ich von meinem damaligen
Orthopäden gefragt: "Haben Sie Schmerzen?" und ich musste
mit einem klaren "Nein" antworten. Also wurde
logischerweise wegen der Hüftdysplasie nichts unternommen.
Nachdem ich dann mein Abi, eine Druckerlehre, sowie ein komplettes
Studium hinter mich gebracht hatte (übrigens mit sehr wenig Sport
nebenbei), hat es angefangen, gaaanz langsam...
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Beginn aller Leiden...
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Mit 30 geht´s los... Das hat sich bei mir wirklich bewahrheitet.
Angefangen hat es mit ein paar "Sitzschmerzen", wenn ich
auf niedrigen Stühlen, Sofas etc. gesessen bin. Ein kleines Ziehen
in der linken Hüfte...
So ca. 1 Jahr später habe ich es dann bei Überlastung bemerkt,
wenn ich zuviel gelaufen bin, oder zu lange auf den Beinen war,
kamen bereits die ersten Schmerzen.
Ich also wieder zum Orthopäden (ein völlig anderer, da ich bereits
in eine andere Stadt gezogen bin), der konnte mir nach einer Röntgenaufnahme
aber auch nichts verändertes sagen, außer, dass ich eben
bekanntermaßen eine Hüftdysplasie habe. Auch der Ultraschall
ergab, dass der Knorpel bereits ein wenig "beleidigt" ist.
Auf Anraten des Arztes (viel Bewegung ohne große Belastung) habe
ich mich also im Fitnessstudio angemeldet und mich (unter ärztlicher
Aufsicht) viel bewegt. Ach ja, die Ärztin, die zum Fitnessstudio
gehörte, hat mich erst nicht ernst genommen, sie schub meine
Schmerzen zunächst auf meine veränderten Bedingungen (Bürojob
seit 2 Jahren), bis ich ihr meine Röntgenbilder gezeigt habe.
Wiederum 1 Jahr später waren meine Schmerzen so groß, dass ich
im Fitnessstudio aufhören musste und nur noch ca. 5 Minuten laufen
konnte. Ich also immer wieder zum Orthopäden, sowie zum Hausarzt
gerannt, aber außer ein paar der allseits bekannten
"Knochenpillen" und zusätzlich Krankengymnastik war nicht
drin; man drückt sich ja doch sehr lange um eine Operation herum...
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Jetzt ging´s los...
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Auf eigene Faust habe ich mir einen Überweisungsschein ins
Krankenhaus geholt. (Zufälligerweise wohnte ich da in einer Stadt,
die ein renomiertes Knochen-Krankenhaus hat.) Dort habe ich mich
also gründlich untersuchen lassen, das Fazit war, ich sollte einmal
für ca. 1 Woche stationär aufgenommen werden, um alles genau
"abzuklopfen" und gleichzeitig konservativ zu behandeln
(Krankengymnastik, Massagen, Bäder, Elektrotherapien). Wie nicht
anders zu erwarten, bin ich nach dieser Woche entlassen worden, mit
einem Termin für die Operation im November 2002, es sollte eine
"Triple-Osteotomie"
gemacht werden, was mir zu diesem Zeitpunkt auch genau erklärt
wurde, die Erklärung findest Du auch, wenn Du auf den Link "Triple-Osteotomie"
klickst.
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Die Operation...
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Also wurde ich am 15.11.2002 unter Vollnarkose operiert. Die OP
hat ca. 100 Minuten gedauert, wie man im
OP-Bericht
sehen kann. Alles verlief laut Arzt nach Plan, außer dass die
Narkose ein wenig schief gelaufen ist, angeblich hätte ich mich währenddessen
übergeben, was ich aber überhaupt nicht weiß. Ca. 2,5 Liter Blut
hatte ich verloren, die aber teilweise durch eine Eigenblutspende
wieder ersetzt wurden. Einen Tag Intensivstation war sowieso
angedacht, durch die schiefgelaufene Narkose wurden es leider 3
Tage.
Als ich aufwachte waren meine ersten Gedanken: "Scheiße, jetzt
hast Du´s wirklich machen lassen...
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Die Narben...
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Die sind nicht ganz ohne bei einer "Triple-Osteotomie".
Die größte ist ca. 25 cm lang und geht am Bauch vorne von der
Leiste bis etwa zur ersten Rippe. Hier wurden ja auch die Schrauben
eingesetzt. Die 2. Narbe, wo das Schambein durchtrennt wurde, ist
ca. 5 cm lang und liegt direkt neben dem Schambereich. Die 3. Narbe,
ungefähr 10 cm lang, ist mitten auf der Pobacke, hier wurde das
Sitzbein durchtrennt.
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Das weitere Vorgehen...
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Aufstehen war bereits nach 3 Tagen angedacht (natürlich mit Krücken).
Für 6 Wochen sollte ich mein Bein mit nur ca. 20 kg belasten, was
ungefähr das Eigengewicht eines Beins ist. Nach 6 Wochen sollte der
Belastungsaufbau stattfinden, pro Woche ca. 10 kg mehr, bis hin zur
12. Woche. Also nach 12 Wochen durfte man wieder voll belasten, was
aber noch lange nicht heißt, dass man die Krücken wegschmeißen
kann...
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Das Danach...
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Die erste Zeit ist wirklich übel. Ich wurde sehr gut betreut,
bereits auf der Intensivstation kam eine Krankengymnastin und mein
Bein wurde durchbewegt. Als ich dann wieder auf der normalen Station
lag, ging´s richtig los. Jeden Tag mind. eine halbe Stunde
Krankengymnastik im Bett, später kam sogar der Masseur! Der Hammer
kam direkt am nächsten Tag: Raus aus dem Bett, denn man soll ja
direkt wieder aufstehen und die ersten Gehversuche machen. Zuerst
mit dem "Rollwagen", nach ca. 3 Tagen dann mit Krücken.
Meine Güte, die ersten Schritte werde ich wohl nie vergessen! Im Hüftgelenk
und den Muskeln außenherum war nichts mehr so wie es mal war. Meine
Beschreibungen reichten von "krummen Zahnrädern", die
nicht zusammenpassten, bis zu spitzen Stangen, die sich durch
Bewegung im Bein und Po "verkeilen". Na klar, die Muskeln
und Knochen wurden ja alle herumgedreht...
Was für mich aber am schlimmsten war: die Kreislaufprobleme! Durch
das verlorene Blut hatte ich wirklich 2 Wochen mit dem Kreislauf zu
kämpfen, 2x bin ich umgekippt. Man solle ja viel Laufen, nur konnte
ich das nicht so oft und so lang wie ich gerne wollte, da mir ständig
schwarz vor Augen wurde. Aber nach 2-3 Wochen war das auch vorbei.
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Die Reha...
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Nach 13 Tagen wurde ich aus der Krankenstation entlassen, direkt
in die im Haus nebenan liegende Reha-Klinik. Und jetzt ging´s erst
richtig los mit den Therapien.
- Krankengymnastik
- medizinische Sporttherapie
- Massage
- Lymphdrainage
- Bewegungsbad
- Fahrradergometer
- Bewegungsschiene
Und diese Anwendungen hatte ich fast alle fast jeden Tag!
In der Reha war ich stationär von der 3. bis zur 7. Woche nach der
OP, danach habe ich die Therapien teilstationär bzw. ambulant für
4 Wochen weitergemacht. Ich habe zu Hause geschlafen und bin statt
zur Arbeit eben jeden Morgen in die Reha gegangen.
Also war ich bis zur 11. Woche nach der OP ständig unter ärztlicher
und therapeutischer Aufsicht, was ich als sehr angenehm empfand, da
die ganze Umstellung doch enorm war.
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Wieder zu Hause...
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Zu Hause (ich war immer noch krank geschrieben) habe ich versucht
mein "normales" Leben wieder aufzunehmen und wenigstens
meinen Haushalt zu schmeißen. Ich bin zwar noch 2x pro Woche zur
Krankengymnastik und zur Massage direkt in der Nachbarschaft
gegangen (was auch wirklich sehr gut tut), aber die einfachsten
Sachen funktionieren eben doch noch nicht: Wäsche aufhängen (zu
lange stehen), auf dem (zu tiefen) Klo oder der Couch sitzen,
Treppen steigen ist äußerst mühselig...
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Wie´s mir jetzt geht...
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Heute sind es 15 Wochen nach der OP. Da ich ja seit der 12. Woche
mein Bein wieder voll belasten durfte, war ich auch kräftig am üben,
wieder ohne Krücken laufen zu lernen. Einfach gesagt, aber nach 12
Wochen kann man nicht einfach wieder loslaufen. Langsam, für 1-2
Schritte kann man mal "ohne" laufen und in den nächsten
paar Tagen danach werden es dann immer mehr. Heute laufe ich ohne Krücken
in der Wohnung, sobald ich raus gehe, nehme ich sie aber immer mit.
Auch Einkaufen mit dem Rucksack zum ca. 500 Meter entfernten
Supermarkt funktioniert schon, noch mit Krücken, aber das wird
schon noch...
Ein großes Problem habe ich allerdings noch: Mein Rücken! Vor der
OP hatte ich bereits ein paar Monate Schmerzen im unteren
Lendenwirbelbereich, dies entstand durch die Fehlbelastung, sprich
durch die "Krumm-Lauferei". Das wurde nach der OP natürlich
noch viel schlimmer, laut Arzt und Therapeuten ist dies das ISG (Ilio-Sakral-Gelenk),
wo das Becken mit der Wirbelsäule zusammenstößt.
Aber ich bin guter Dinge, es geht jeden Tag ein bischen vorwärts
und ich hoffe, dass meine Rückenschmerzen in Zukunft auch weniger
werden, je besser ich laufen kann...
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Die Aussichten...
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Ich habe die OP machen lassen, damit ich wieder normal
weiterleben kann. Da ich kurz vor der OP nur noch ca. 5 Minuten
laufen konnte, hoffe ich, dass dies zumindest behoben ist. Natürlich
möchte ich auch gerne wieder Sport machen (Schlittschuh laufen,
Tischtennis spielen, Wandern gehen), was ich laut Ärzten auch
wieder machen darf, allerdings nicht dieses Jahr...
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11 Monate später -
Schrauben raus...
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Am 22. Oktober 2003 gehe ich wieder ins Krankenhaus, um mir
HOFFENTLICH die Schauben wieder entfernen zu lassen.
Ich hatte vor ca. 4 Wochen eine Nachuntersuchung (eben um den
Schrauben-Raus-Termin festzulegen), wobei ich auch sagte, daß es
mir in diesem heißen Sommer richtig gut gegangen ist (bis auf ein
"kleines Ziehen"), sobald das Wetter aber in den Herbst
übergegangen ist, hatte ich wieder immense Probleme. Sei es vom
Wetter oder ein bischen Überanstrengung oder einfach der Körper
wehrt sich mittlerweile dagegen, ich weiß es nicht...
Auf jeden Fall haben die Ärzte beschlossen, mich vorm OP-Termin
erst mal durchzuchecken, um herauszufinden, warum es mir wieder
schlechter ging (nur ein paar Tage) und dann HOFFENTLICH doch die Schrauben gleich zu
entfernen...
(Ach ja - ca. 4 Wochen vor mir hat eine "Triple Osteotomie
Kollegin" ihre Schrauben rausmachen lassen. Sie ging also
morgens in Krankenhaus, die "kleine" OP hat 18 Minuten
gedauert, und abends konnte sie wieder nach Hause gehen, zwar mit
Krücken für 2 Wochen, aber sie mußte nicht im Krankenhaus
bleiben. Nette Aussichten...)
Drückt mir die Daumen!!!
Du kannst dazu auch meinen Hüft-Forumsbeitrag
lesen, dort stehen noch ein paar mehr Hintergründe...
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Juchu,
die Schrauben sind raus...
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Am 27. Oktober 2003 habe ich nach einigen Tests die Schrauben
wieder alle entfernt bekommen!
Was soll ich sagen: ICH FÜHLE VÖLLIG BEFREIT UND SEEEEHR GUT!!!
Die Operation hat lediglich 20 Minuten gedauert. Ich habe mir
diesmal auch keine Vollnarkose geben lassen, sondern lediglich eine
Spinalanästhesie (Rückenmarksnarkose). Natürlich wollte ich
trotzdem nichts mitbekommen und habe dem Anästhesisten gesagt, daß
ich trotzdem gerne voll schlafen möchte während der Teilnarkose.
War auf jeden Fall eine gute Wahl, man ist direkt nach der OP wieder
voll da und ist nicht so "belämmert" wie nach einer
Vollnarkose.
Aber wieder zum eigentlichen Thema: Ich scheine Glück gehabt zu
haben. Als sie mich aufgeschnitten hatten, waren alle Schrauben gut
und vollständig zu sehen, nix war irgendwie kompliziert
eingewachsen und es einfach die Schrauben alle vollständig zu
entfernen!
Genaueres dazu könnt ihr in meinem "Operationsbericht
Metallentfernung" lesen, dort habe ich übrigens auch ein
Bild meiner Schrauben hinterlassen (die nun vor mir auf dem Tisch
liegen und nicht mehr in meinem Becken stecken ;-)
Was soll ich sagen? Mir geht´s wunderprächtig. Ich kann
völlig gerade laufen, es ist überhaupt keine Falsch-Belastung mehr
zu sehen. Und alle früheren Schmerzen sind komplett weg...
Ich hab´s endlich geschafft
!!!!
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Nebenbei bin ich noch Mitglied im folgenden Webring mit meiner Hüft-Geschichte...
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